Messetrubel, Gespräche im Minutentakt und mittendrin Frauen, die ihre Leidenschaft für den ländlichen Raum leben. Auf der Grünen Woche in Berlin waren natürlich auch die LandFrauen wieder präsent. In diesem Jahr gehörte Daniela Harder aus dem Ortsverein Bornhöved zu den ausgewählten Helferinnen am Messestand des Deutschen LandFrauenVerbandes. Wir haben mit ihr nach einer Woche voller toller Eindrücke und Erlebnisse Bilanz gezogen.
Frau Harder, was hat Sie persönlich motiviert, sich für den deutschen LandFrauenVerband auf der Grünen Woche zu engagieren?
Ich habe es für mich tatsächlich als tolle Möglichkeit gesehen, einmal etwas ganz anderes zu machen, raus aus meinem Alltag zu kommen. Ich arbeite im Personalbereich bei der „Otto GmbH & Co. KGaA “ in Hamburg, mein Alltag spielt sich im Büro ab – und diesen Pfad einmal zu verlassen, war für mich eigentlich der Anreiz. Als ich in meinem LandFrauen-Ortsverein von der Möglichkeit erfuhr, als Helferin auf der Grünen Woche in Berlin zu arbeiten, habe ich direkt meinen Lebenslauf zum Deutschen LandFrauenverband geschickt und habe mich riesig gefreut, als dann tatsächlich die Zusage kam.
Wie sah denn Ihr typischer Tag auf der Grünen Woche aus – welche Aufgaben hatten Sie konkret?
Morgens haben wir immer als Erstes den Stand aufgeschlossen und Infomaterial, Broschüren usw. rausgelegt. Neben den Damen vom Bundesverband waren wir an jedem Tag immer mit drei Helferinnen eingeteilt. Naja, und dann war natürlich eine unserer Hauptaufgaben, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Und viele Gespräche ergaben sich ganz von selbst. Die Frauen kamen an unseren Stand, erzählten oft ganz euphorisch von ihren eigenen LandFrauenVereinen, welche ehrenamtlichen Positionen sie bekleiden oder was für tolle Unternehmungen sie in ihren eigenen Vereinen machen. Das war für mich persönlich sehr inspirierend, und insgesamt war es einfach ein unglaublich wertschätzendes Miteinander. Auch besonders mit dem Präsidium und den ganzen Damen unseres Bundesverbandes, das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Am Ende des Tages war ich zwar immer etwas kaputt, aber sehr zufrieden!
Gab es einen Moment oder eine Begegnung auf der Messe, die Sie besonders beeindruckt oder berührt hat?
Ich persönlich fand es ganz toll, als uns Bundesfamilien-Ministerin Karin Prien am LandFrauen-Messestand besucht hat. Oder auch andere Politiker oder Abgeordnete, die man so in seinem persönlichen Alltag normalerweise nicht treffen würde. Es war ganz spannend zu beobachten, wie die Politikerinnen und Politiker in ihrem „Tross“ über die Messe zogen, natürlich sehr eng zeitlich getaktet waren, aber jeder in der kurzen Zeit seine Themen schnell platzieren wollte. Das war wirklich interessant. Einen speziellen Moment gab es für mich während meiner Arbeit auf der Grünen Woche tatsächlich nicht, mich hat einfach das Engagement und das Feuer, mit dem alle LandFrauen am Stand bei der Sache waren, total beeindruckt.
Was würden Sie sagen, macht die Arbeit der LandFrauen heute besonders wichtig – gerade auch für junge Menschen und Frauen im ländlichen Raum?
Es ist definitiv die Gemeinschaft, das Miteinander - aber auch die verschiedenen Hintergründe der vielen Frauen und der Mix aus Jung und Alt. Bei uns im LandFrauenVerein Bornhöved ist das älteste Mitglied 91 Jahre alt und das Jüngste – meine Cousine – ist 31 Jahre jung. Aber auch die Unterstützung, die man hier bekommt, beeindruckt mich sehr. Ich bin erst seit drei Jahren eine LandFrau. Als meine Tante den Vorsitz hier bei uns im Verein übernommen hat, sind viele Frauen aus unserer Familie in den LandFrauenVerein eingetreten. Und auch, wenn ich erst kurz dabei bin, kann ich heute schon sagen: Egal welches Problem ich habe oder eine andere LandFrau, hier wird immer geholfen! Das gilt wirklich bei allen Themen. Irgendeiner stupst einen immer in die richtige Richtung und man fühlt sich wirklich aufgehoben.
Was nehmen Sie persönlich aus ihren Messe-Erfahrungen mit – und würden Sie anderen Frauen auch so ein Engagement empfehlen?
Ich persönlich nehme ganz viel innere Befriedigung mit nach Hause. Zu sehen, dass ich außerhalb meiner täglichen Arbeit auch Anerkennung und so viel positives Feedback bekomme, hat mich total beeindruckt. Auch die vielen tollen Gespräche, die interessanten Menschen, die ich kennenlernen konnte, der Blick hinter die Kulissen, das Kennenlernen der tollen Damen aus unserem Bundesvorstand – all das wird mir noch sehr sehr lange in toller Erinnerung bleiben. Und deswegen kann ich auch nur jeder LandFrau empfehlen, sich auch als Helferin für die grüne Woche zu bewerben. Einfach mal über den Tellerrand des eigenen Ortsvereins hinauszuschauen, sich selbst aufzubauen und das lockere, positive und fröhliche Miteinander bei der Standarbeit zu erleben. Wenn ich mich nochmal bewerben könnte, wäre ich im nächsten Jahr definitiv wieder dabei!
Interview: Meike von der Goltz



